Kampagne für Weitermacher

Ein Personal- bzw. Generationswechsel auf der Ebene der Geschäftsführung birgt fast immer sowohl Chancen als auch Risiken, wirft meist zahlreiche Fragen auf, weckt oft große Erwartungen und Hoffnungen, mitunter sogar Ängste. Dies gilt insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), die das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bilden und infolgedessen einen enorm wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Stabilität des Landes leisten.

“Um den Fortbestand eines Unternehmens nachhaltig zu sichern, will der Stabwechsel – vor allem in kleinen und mittleren, familien- und inhabergeführten Unternehmen – besonders gut geplant sein. Hier setzt die ‚Kampagne für Weitermacher’ an. Unser Ziel ist, Unternehmensinhaber, Familienmitglieder, Mitarbeiter und Existenzgründer für das komplexe Thema Unternehmensnachfolge zu sensibilisieren und ihnen Wege aufzuzeigen, wie sie eine erfolgreiche Unternehmensübertragung vorbereiten und umsetzen können.” (Holger Müller, Geschäftsführer UHD Hessen)

Stabwechsel im Unternehmen

  • bis 2014 benötigen in Deutschland 110.000 Familienunternehmen eine Nachfolgeregelung
  • davon 22.000 Unternehmen im nächsten Jahr
  • bis 2015 in Hessen 8.700 Unternehmen
  • davon 1.740 Unternehmen in 2011
  • ca. 287.000 Arbeitsplätze im Mittelstand bis 2014 betroffen

Fakten

Individuelle Betreuung

Eine optimale Nachfolgeregelung ist stets ein sehr komplexer und äußerst individueller Prozess. Die Suche nach dem geeigneten Nachfolger, die Klärung finanzieller Fragen, die praktische Umsetzung der Übergabe, all das verlangt nach breitgefächertem Sachverstand und großer Objektivität. Existenziell wichtige Fragen, die frühzeitig angedacht und rechtzeitig beantwortet werden sollten. Denn die (richtigen) Antworten entscheiden über die Zukunft des Unternehmens.

Individuelle Prozessbegleitung

Soll die Nachfolge familienintern geregelt werden? Wird ein Mitarbeiter des Hauses die Führung übernehmen? Ist es besser, einen externen Kandidaten auszuwählen? Jede Unternehmensnachfolge bedarf daher eines gezielten Matchings. Der Prozess muss sich immer an den spezifischen und individuellen Voraussetzungen der jeweiligen Unternehmen orientieren.

Wenn's um's Geld geht

Wenn's um's Geld geht bedeuten die Gespräche darüber sowohl für Nachfolger als auch für Übergeber oftmals eine hohe zu überwindende Hürde. Bei familienexternen Nachfolgen sind beispielsweise stark voneinander abweichende Preisvorstellungen keine Seltenheit. Hier kommen Aspekte wie „emotionale Bindungen“, „Altersvorsorge“ und „finanzielle Belastbarkeit“ ins Spiel. Eine unabhängige Unternehmensbewertung kann in solchen Fällen sehr hilfreich sein. Welche Finanzierungsmodelle für Übergeber und Nachfolger vorteilhaft sind, wirft weitere Fragen auf. Während sich der eine womöglich Gedanken über die Vorzüge einer Gesamtzahlung, von Kaufpreisraten und der so genannten Leibrente macht und sich fragt, welche steuerlichen Gestaltungsspielräume sich bei der Ruhestandplanung ausschöpfen lassen, wird sich der andere vor allem mit einer finanziellen Bestandsaufnahme des Unternehmens sowie einer präzisen Kapitalbedarfsplanung und einer Rentabilitätsvorschau beschäftigen. Beide sollten bei ihren Überlegungen kompetente Beratung nutzen.

Recht und Steuern

Rechtliche Fragen

Rechtliche Fragen sind bei jeder Unternehmensnachfolge zu klären. Sie können beispielsweise die Themen “Bestandsschutz bestehender Verträge” (wie Lieferanten- oder Arbeitsverträge) oder “Gesellschafterverträge” betreffen. Für einen reibungslosen Übergang sind eine objektive Bestandsaufnahme solcher Verträge und die genaue Prüfung ihrer Auswirkungen eminent wichtig.

Auch im Rahmen der Unternehmensübertragung selbst werden natürlich Verträge geschlossen. Ob Absichtserklärung, Kauf-, Schenkungs- oder Erbvertrag – diese Vereinbarungen sollten unbedingt mit juristischer bzw. notarieller Hilfe individuell gestaltet werden.

Steuern

Steuern müssen auf jeden Fall entrichtet werden – in unterschiedlicher Art und Höhe, je nach Art der Unternehmensübertragung. Erbschaft- oder Schenkungsteuer, Ertragssteuer sowie Grunderwerbsteuer stehen also immer auf der Rechnung. Diese können für den Unternehmer und dessen Nachfolger eine erhebliche Belastung darstellen. Nur wer gut informiert ist, kann steuerliche Abgaben richtig einordnen und gut mit ihnen umgehen.

Emotionen

Ohne Emotionen geht im Grunde genommen keine Unternehmensnachfolge vonstatten. Denn mit einem Nachfolge- bzw. Generationswechsel in einem Unternehmen gehen für alle Beteiligten gravierende Veränderungen einher. Existenzielle Lebensbereiche sind betroffen. Ungewissheiten stellen sich ein, Konfl ikte können entstehen.

Nicht selten scheitert ein Wechsel am mangelnden Übergabewillen des Unternehmers. Oder an Akzeptanzproblemen seitens der Mitarbeiter und Geschäftspartner. Den Schlüssel zur erfolgreichen Bewältigung von Stolpersteinen dieser Art halten fachkundige und neutrale Berater bereit.

Notfallplanung

Fällt ein Unternehmer infolge eines Unfalls oder krankheitsbedingt unerwartet für einen längeren Zeitraum aus, so ist, sofern keine Vorkehrungen für einen solchen Fall getroffen wurden, der Fortbestand seines Unternehmens in hohem Maße gefährdet.

Ein Nachfolgenotfallplan, der insbesondere Regelungen zur Führungs- und Eigentumssituation des betroffenen Unternehmens enthalten sollte, schafft deutliche Entlastung in solch einer Situation. Die wichtigsten Inhalte eines solchen “Notfallkoffers” haben wir im Informationsblatt Der Notfallkoffer – wie sorge ich vor zusammengefasst.

Der Notfallkoffer – wie sorge ich vor

Nachfolgeregelung bringt Pluspunkte
für das laufende Geschäft. Denn rechtzeitig für die Zukunft vorzusorgen rechnet sich auch in der Gegenwart. Eine vorausschauende Planung sorgt bei Beratern, Geldgebern und Geschäftspartnern für Vertrauen. So können etwa bei einer Kreditnahme die Konditionen erheblich davon abhängen, ob und inwieweit der Unternehmer Nachfolgeregelungen getroffen hat.

Projektpartner

In der “Kampagne für Weitermacher” haben wir Partner gewinnen können, die das Projekt mit ihren Erfahrungen und ihrer Expertise unterstützen.

 

Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung
 

 

Europäische Union – Europäischer Fonds für regionale Entwicklung

 

 

Downloads

Informationen zum Förderprogramm
Vorträge & Präsentationen der Veranstaltungen

Die Präsentationen und Vorträge unserer Veranstaltungen stellen wir Ihnen gerne zur Verfügung:

 

Tag der Nachfolge 2012 (30.10.2012, Frankfurt):

Bürgschaften und Beteiligungen
Unternehmensnachfolge aus Sicht eines Kreditinstitutes
Budgetplanung Versicherungen – niemals ohne!
Unternehmensbewertung versus Verhandlungsergebnis
Die emotionale Unternehmensnachfolge – praktisches Vorgehen
Finanzierung & Förderung des Generationswechsels

 

Jahreskonferenz 2012 (21.08.2012, Wiesbaden):

Impressionen aus Wiesbaden
Ergebnisbericht zur Studie "Verankerung des Themas Unternehmensnachfolge in KMU
Stabswechsel im Handel – Was erwarten die Weitermacher von morgen?
Der mittelständische Fachhandel – Geschäftsmodell mit Zukunft?
Quartiersmarketing und Quartiersmanagement – zukunftsorientierte Antworten auf den Strukturwandel im Einzelhandel
Bürgschaften als Teil der Finanzierung

 

Jahreskonferenz 2011 (10.11.2011, Kassel):

Die Kampagne für Weitermacher – Eine Zwischenbilanz
Ergebnisbericht zur Studie "Verankerung des Themas Unternehmensnachfolge in KMU
Arbeitgeber Handel – High Potential oder schwer vermittelbar?
Wer kommt, wenn der Chef geht? – Unternehmensnachfolge ist Chefsache

 

Tag der Förderung (01.11.2011, Frankfurt):

Gründungszuschuss der Arbeitsagentur
Lokale Ökonomie Fechenheim
Förderprogramme der UHD Hessen und der BAFA
Bankfinanzierung und Kreditabsicherung – die Bürgschaftsbank Hessen hilft
KfW-Gründercoaching
Förderkredite von Land und Bund
Venture Capital
Unternehmensbeteiligungen durch Mitarbeiter
Regionalkonferenz
Impressionen aus Bad Schwalbach
Die "Weitermacher" – Vorstellung der Kampagne
Der Notfallkoffer
Bewertungen und Fehler beim Unternehmensverkauf
Was wäre, wenn ... – Tipps zu Risikomanagement und Existenzsicherung

 

Regionalkonferenz (10.08.2011, Homberg/Efze):

Impressionen aus Homberg/Efze
Die "Weitermacher" – Vorstellung der Kampagne
Der Notfallkoffer
Fußangeln bei der Unternehmensnachfolge
Unternehmensnachfolge – Unterstützung durch regionale Akteure

 

Regionalkonferenz (21.06.2011, Fulda):

Impressionen aus Fulda
Die "Weitermacher" – Vorstellung der Kampagne
Die Weichen richtig stellen! Begleitung der Unternehmensnachfolge aus Personalsicht.

Der Notfallkoffer – Instrument zur Krisenprävention und Notfallplanung
Finanzierung des Generationenwechsels
Was wäre wenn ... - Tipps zu Risikomanagement und Existenzsicherung

 

Regionalkonferenz (06.04.2011, Gießen):

Impressionen aus Gießen
Die "Weitermacher" – Vorstellung der Kampagne
"Jetzt doch noch nicht!" – Die Gratwanderung des Generationswechsels im Unternehmen
Der Notfallkoffer – Instrument zur Krisenprävention und Notfallplanung
Was ist mein Betrieb wert und wie finde ich einen Nachfolger

 

Auftaktveranstaltung (03.12.2010, Frankfurt am Main):

Fördermöglichkeiten für Unternehmensnachfolge
Bürgschaften als Teil der Finanzierung
Unternehmensnachfolge in Hessen
Kampagne für Weitermacher
Finanzierungsalternativen in Form von stillen und offenen Beteiligungen